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Die nachfolgende Information ist eine Antworten zu einer gestellten med.-wiss. Fragen. Wenn Sie als Medizinalperson selbst eine Frage stellen möchten, können Sie dies hier tun.
M. Crohn mit Komplikationen. Adäquate Therapie im nächsten Anfall? Weitere Diagnostik angebracht?
Patient '62 mit V.a M.Crohn, rez Abdominalkoliken seit 97 in ca. monatlichen Anbständen anschl. für 1 1/2 Jahre keine Beschwerden, jetzt erneut Koliken. Sigmoideoskopie im 98 im Anschluss an einem Schub ergab eine unspez. Entzündung, Koloskopie während des letzten Schubes ergab inspektorisch eine ileitis terminalis, keine Divertikel, in der Biopsie eine unspez. Entzündung, jedoch keine Anhaltpunkte für einen Crohn. Das Labor zeigt während den Schüben eine Leukozytose und Erhöhung des CRP. Der Patient wird während des letzten Schubes im Spital mit Ciproxin und Analgetika behandelt (später auch Prednison) und macht eine akute interstitielle Nephritis (möglicherweise allergie auf Ciproxin und/oder Minalgin). Der Patient ist nun wieder wohlauf, die Nierenwerte sind wieder im Normbereich, nur die Leukozyten sind noch erhöht.
Bis heute ist eine Definitive Diagnose ausstehend.
Fragen: Wann soll eine nächste Koloskopie durchgeführt werden, und in wievielen Fällen kann die Diagnose durch die Biopsie bestätigt werden? Soll ein nächster Schub wieder Antibiotisch abgeschirmt werden, (wenn ja wie? Allergie!) oder darf auch ohne Diagnose eine Therapie allein mit Prednison durchgeführt werden?
 
 
Unsere Antwort
  Sehr geehrte Frau Chicca,

Bei dieser Patientin spricht viel für das Vorliegen einer IBD, sprich eines M.Crohn:

  • Beschwerden intermittierend seit > 3 Jahren
  • 1x während eines "Schubes" "Ielitis terminalis" endoskopisch dokumentiert
  • 1x während eines Intervalls "unspezifische" Entzündung sigmoidoskopisch: makroskopisch oder histologisch?
  • auch im "schubfreien Intervall" Leukocytose: andere Entzündungsparameter, Hb, Tc???

Weitere Fragen:

  • Alter?
  • FA?
  • Hinweise für extraintestinale Manifestationen einr IBD?

Grundsätzlich gibt es letztliche keinen wirklich IBD-beweisenden histologischen Befund. Granulome findet man allenfalls bei 30(-40%) der Patienten.

Zu Ihren Fragen:

  1. Eine vollständige Ileokoloskopie im Intervall ist zu empfeheln. Der dabei erhobene Befund und die nochmals entnommenen Biopsien werden mit sehr guter Sicherheit zur obigen Verdachtsdiagnose definitiv eine Aussage machen können.
  2. Falls IBD ja, kann bei einem nächsten Schub prompt eine Behandlung mitPrednison begonnen werden(angesichts Ihrer Erfahrung mit der Patientin primär ohne Ciprofloxacin). Sollte klinisch eine Diarrhoe dominieren muss, immer zuerst eine infektiöse Enterokolitis gesucht/ausgeschlossen werden.
  3. Der weitere Verlauf bzgl. Schubintensität und - Häufigkeit wird über die Gestaltung einer Remission-erhaltenden Therapie entscheiden(Azathioprin?!).
 
Mit freundlichen Grüssen

Dr. med. Niklaus Schaub
Leitender Arzt, Gastroenterologie
Medizinische Universitätsklinik
Kantonsspital Bruderholz
 
Bitte beachten Sie:
Diese Antwort wurde anhand Ihrer Angaben von einem Experten nach bestem Wissen und Gewissen und frei von kommerziellen Interessen verfasst. Da wir ihre Angaben aber in Bezug auf Korrektheit und Vollständigkeit nicht überprüfen können, können wir keine Verantwortung für diese Antwort übernehmen. Wir empfehlen Ihnen deshalb diese Antwort noch mit Ihrem Arzt/Aerztin zu besprechen. Ansprüche gegenüber IBDnet.ch sind ausgeschlossen.

 

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